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Weltwirtschaftskrise:
Drei Empfehlungen und ein Beispiel

1. Kosten: Selbstverständlich sind verstärkte Überlegungen zur Reduzierung von Kosten notwendig, wenn die Einnahmenseite stagniert oder schrumpft. Aber diese Überlegungen sollten nicht mit Personalabbau beginnen, sondern als Ultima Ratio damit enden. Im Sinne einer schlanken Unternehmung sollten halbfertige Bestände verwertet werden. Das gilt auch für geistiges Inventar: Hier sind konsequent Ideen, Projekte und Vorhaben zu bewerten, die entweder verwirklicht oder gestrichen werden müssen. Immer im Hinblick darauf Kundennutzen zu schaffen - und das auch längerfristig.

2. Innovation: Die vermeintlich schwierige Frage, wann die WWK zu Ende sein wird, kann ich Ihnen qualitativ recht präzise beantworten: Dann, wenn der Kunde Produkte vor sich sieht, die ihm durch sinnvolle Innovationen so viele Vorteile verschaffen, dass er nicht mehr nein sagen kann. Das Thema Innovationen muss deshalb auf Augenhöhe mit dem Thema Kosten behandelt werden. Der Schatz an latent vorhandenen, aber oft unbeachteten Ideen muss spätestens jetzt gehoben werden!

3. Personal und Lieferanten: Innovationen entstehen nicht in einem Klima von Angst, Unsicherheit und Überlastung. Deswegen sollten Sie zusammen mit Ihren Partnern so viel Wertschätzung, Vertrauen und Transparenz entwickeln wie irgend möglich. Das funktioniert mindestens so gut, wie bei der Finanzkrise, nur andersherum: Mit mehr Vertrauen wird mehr möglich. Wenn es schlechte Nachrichten gibt, dann bringen Sie diese auf den Tisch. Ihre Partner werden sich für Integrität mehr als revanchieren. Betrachten Sie Mitarbeiter und Lieferanten nicht als Ertragsbelastung, sondern als Ertragspotential. An den begrenzten Ressourcen Geld und Zeit können Sie gegenwärtig nicht sonderlich viel ändern. Aus den unbegrenzten Ressourcen Kreativität, Motivation und Kooperationsfähigkeit lässt sich aber gerade in diesen Zeiten mehr machen, als Sie vielleicht glauben.

Ein Beispiel:
Mit viel technischem Aufwand wurde in diversen Unternehmen versucht ein sogenanntes Wissensmanagement zu etablieren. Mir ist kein Fall bekannt, der nachhaltige Erfolge zeitigte. Deshalb: Verzichten Sie darauf Ihren Mitarbeitern Wissensmanagement zu verordnen und geben Sie Ihren Mitarbeitern stattdessen Freiräume um Wissen entstehen zu lassen. Sind diese Freiräume ernsthaft vorhanden, dann entsteht Wissen von selbst! Die vielfach erfolgreich eingesetzte Open-Space-Konferenztechnik ist eine Möglichkeit solche Freiräume mit minimalem Aufwand zu schaffen. Zusätzlich wird sich damit ein anderes latentes Problemfeld, die Unternehmenskommunikation, sprunghaft verbessern.

Ihr

Gerold Keefer,
Geschäftsführer